Hitze und Stress hängen oft enger zusammen, als wir denken. An heißen Sommertagen fällt vieles schwerer. Der Körper wird müde, die Konzentration lässt nach und manchmal reagieren wir gereizter als sonst. Vielleicht kennst du das auch.
Der Sommer 2026 hat gezeigt, wie belastend große Hitze sein kann. Ende Juni wurde in Deutschland mit 41,8 °C ein neuer Temperaturrekord gemessen. Auch in Baden-Württemberg stieg das Thermometer vielerorts auf über 40 °C. Solche Extremtemperaturen belasten nicht nur unseren Körper, sondern oft auch unsere Stimmung. Umso wichtiger ist es, an heißen Tagen gut für sich zu sorgen.
Warum Hitze Stress für den Körper bedeutet
Unser Körper arbeitet bei hohen Temperaturen auf Hochtouren, um seine Temperatur möglichst konstant zu halten. Die Blutgefäße weiten sich, das Herz-Kreislauf-System wird stärker beansprucht und wir beginnen zu schwitzen, um Wärme abzugeben.
Dieser Kühlungsprozess kostet Energie. Deshalb fühlen wir uns bei Hitze häufig erschöpft, antriebslos oder weniger leistungsfähig. Gleichzeitig werden Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet – eine natürliche Reaktion des Körpers auf Belastung.
Wenn Hitze auch die Stimmung verändert
Die körperliche Belastung macht sich oft auch psychisch bemerkbar. Vielleicht kennst du das:
- du bist schneller gereizt oder ungeduldig,
- kannst dich schlechter konzentrieren,
- fühlst dich müde oder antriebslos,
- oder dir fällt selbst Gewohntes schwer.
Oft erwarten wir trotzdem von uns, genauso leistungsfähig zu sein wie an kühleren Tagen. Genau das kann zusätzlichen Druck erzeugen.
Es kann entlastend sein, sich bewusst zu machen: Mein Körper leistet gerade viel. Es ist in Ordnung, einen Gang zurückzuschalten.
Gut für sich sorgen
Gerade an heißen Tagen lohnt es sich, besonders freundlich mit sich selbst umzugehen.
Dabei können schon kleine Dinge helfen:
- ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee trinken,
- die Mittagshitze möglichst meiden,
- körperlich anstrengende Tätigkeiten auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verschieben,
- regelmäßig Pausen einlegen,
Auch kleine Abkühlungen können wohltuend sein – zum Beispiel ein feuchtes Tuch im Nacken oder angefeuchtete Kleidung vor dem Schlafengehen.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Tipps umzusetzen. Wichtiger ist die Frage: Was tut mir heute wirklich gut?
Den inneren Widerstand wahrnehmen
Neben der körperlichen Belastung gibt es oft noch etwas anderes: unseren inneren Widerstand.
Vielleicht tauchen Gedanken auf wie:
„Nicht schon wieder diese Hitze.“
„Ich halte das nicht mehr aus.“
„Bei diesem Wetter kann ich gar nichts machen.“
Solche Gedanken sind völlig verständlich. Gleichzeitig können sie den Stress verstärken. Wir kämpfen innerlich gegen etwas an, das wir in diesem Moment nicht verändern können.
Es kann hilfreich sein, für einen Moment innezuhalten und neugierig wahrzunehmen:
- Welche Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf?
- Wie fühlt sich mein Körper an?
- Welche Gefühle nehme ich wahr?
- Was brauche ich im Moment?
Schon dieses bewusste Wahrnehmen schafft oft etwas Abstand zwischen dem, was geschieht, und unserer automatischen Reaktion darauf.
Akzeptanz bedeutet nicht, die Hitze gut zu finden
Akzeptanz wird häufig missverstanden. Sie bedeutet nicht, etwas angenehm oder richtig zu finden. Sie bedeutet zunächst nur anzuerkennen, dass die Situation gerade so ist, wie sie ist.
Auch ich habe gemerkt, wie viel Kraft mich mein Widerstand gegen die Hitze gekostet hat. Als ich ihn wahrnehmen und nach und nach loslassen konnte, wurde es natürlich nicht kühler. Aber ich wurde innerlich ruhiger.
Wir können das Wetter nicht beeinflussen. Aber wir können lernen, bewusster mit unseren Gedanken, Gefühlen und körperlichen Reaktionen umzugehen.
Eine kleine Pause für dich
Vielleicht magst du für einen Moment innehalten und dich fragen:
Wie geht es mir gerade – körperlich und innerlich?
Was würde mir in diesem Moment guttun?
Manchmal verändert schon diese kurze Pause etwas.
Gelassener mit Stress umgehen lernen
Hitze ist nur eines von vielen Beispielen dafür, wie äußere Umstände Stress in uns auslösen können. Wir können nicht immer beeinflussen, was uns begegnet. Aber wir können lernen, unsere Reaktionen früher wahrzunehmen und bewusster damit umzugehen.
Genau darum geht es im MBSR-Kurs (Mindfulness-Based Stress Reduction). Über acht Wochen lernst du Schritt für Schritt, Stressmuster zu erkennen, mit schwierigen Situationen freundlicher umzugehen und mehr Ruhe in deinen Alltag zu bringen.
Wenn du diese Fähigkeiten vertiefen möchtest, freue ich mich, dich im nächsten MBSR-Kurs in Konstanz zu begleiten.
Oder du gönnst dir eine bewusste Auszeit vom Alltag: Bei meinen Retreats im Schwarzwald erwarten dich Meditationen, achtsame Naturzeiten, sanfte Körperübungen und viel Raum zum Durchatmen, Ankommen und Kraft schöpfen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, dir selbst etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
